Mittwoch, 30. Januar 2008
Hält mich da jemand fest?
Montag, 28. Januar 2008
Vous etes perdu? 27.01.2008
Die Zeit vergeht wie im Flug und schnell erreichen wir weitere kleine Orte. Die Strecke wird ein bisschen hügelig und die Straßennamen erinnern stark an die Tätigkeit, die wir gerade ausüben.
So idyllisch der Ausblick vom Hügel runter auf die Garonne auch sein mag - mit Uferpromenade ist es jetzt erst einmal vorbei. Wir prüfen die Option, über die Hauptstraße nach Grenade weiter zu wandern, entscheiden uns aber angesichts des Verkehrsaufkommens gegen diese Möglichkeit. Irgendwie muss es ja schließlich auch neben der Straße einen parallel führenden Feldweg geben. So stapfen wir todesmutig durch die Felder und erreichen schließlich einen einsam gelegenen Bauernhof. Glücklicherweise gibt es dort keine unangeleinten Hunde, sondern nur einen hilfsbereiten Einheimischen, der uns mit den Worten "Vous etes perdu?" begrüßt, was frei übersetzt so viel heißt wie "Wann lernt ihr dummen Touris eigentlich, ne Landkarte mitzunehmen?" Ich formuliere in perfektem akzentfreien Französisch unser Begehr, eine wanderbare Strecke nach Grenade zu finden - offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Er vergisst, dass er Franzose ist und eigentlich gar nicht Englisch können dürfte und erklärt uns in akzentfreiem Schulenglisch, dass das doch ne völlig üble Idee sei, dieseits der Garonne nach Grenade zu wandern - da gäbe es nur die Hauptstraße und die sei nur für ganz Vergnügungssüchtige. Am anderen Ufer allerdings gäbe es einen ganz tollen Fußweg. Er erklärt uns alles ganz genau und schickt uns mit den besten Wünschen wieder auf die Reise.
Wir finden schnell die Brücke über die Garonne, beschließen aber, dass eine Wanderung nach Grenade heute doch den Rahmen sprengen würde. Schließlich sollten es 40 und nicht 60 Kilometer werden. So machen wir noch eine kleine Rast und frisch gestärkt wandern wir am Canal Lateral im Lichte der untergehenden Sonne gen Heimat.
Die Fotos findet ihr hier.
Bis bald
EDDI und Georg
Dienstag, 15. Januar 2008
On the road again - 12.-15.01.2008
Am späten Samstagvormittag starteten wir unsere erste Tour. Es war geplant, am Ostufer der Garonne zu wandern bis zur Höhe von Portet, dort die Garonne zu überqueren und mir bei Decathlon ein hübsches wind- und wettertaugliches Jäckchen zu kaufen, damit ich nicht immer Eddi beklauen muss. Ein laues Lüftchen begleitete uns und wir kamen zügig voran. Nach gut 5 Kilometern hatten wir die Wahl, ob wir an der minder attraktiven aber kürzeren Hauptstraße entlang wandern oder einen Schlenker über einen Hügel machen wollten. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Damit wir uns gleich richtig wohl fühlen, begrüßte uns am Beginn der ersten Seitenstraße ein Schild mit der Aufschrift 25% Steigung. Der Schock dauerte nur kurz, denn schließlich waren wir ja nicht zum Vergnügen hier, sondern zu Trainingszwecken.
Oben angekommen, wussten wir, dass wir uns richtig entschieden hatten. Vom Hügel aus hatten wir einen guten Panoramablick auf Toulouse und auch für meine Flickr-Gruppe Romantik-Fotos gab es jede Menge Material.
Nachdem wir eine alte Kirche besichtigt und uns in einem kleinen Supermarkt mit einer noch kleineren Packung Plätzchen gestärkt hatten, ging es weiter in Richtung Tal - zumindest dachten wir das. Tatsächlich lernten wir in der Folgezeit sämtliche Neubaugebiete der Gegend kennen, die alle eines gemeinsam hatten: eine Sackgasse, die fast bis ins Tal führt - aber eben nur fast.
So legten wir eine ganze Menge Meter zurück, ohne so richtig weiterzukommen. Damit wir auch schön wachsam bleiben, erwartete uns am Ende der letzten Sackgasse ein Landsmann von uns, leider mit 4 Beinen, groß, braun und ohne Leine. Dies versüßte uns die Aussicht, wieder auf Hauptstraßen wandern zu dürfen. Der Marsch entlang der Hauptstraße war nicht wirklich schön. Anfangs gab es noch einen Bürgersteig, der langsam zum Trampelpfad wurde und schließlich komplett verschwand. So mussten wir auf der Fahrbahn südfranzösischen Kamikazefahrern trotzen, die uns dank der engen Kurvenführung erst Millisekunden vor dem potentiellen Aufprall wahrnehmen konnten. Zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass ich zwar unterstellt hatte, dass in Höhe des Einkaufszentrums von Portet eine Brücke über die Garonne führt, dies aber nicht mittels Blicks auf eine Landkarte erhärtet hatte. Ich werde nie den mitleidigen Blick des Autofahrers vergessen, den wir schließlich nach der nächsten Garonne-Querung fragten...
Da die Sonne zusehends in die Garonne eintauchte, beschlossen wir, doch nicht bis zur nächsten Brücke zu gehen, sondern mit leichten Modifikationen den gleichen Weg zurück. Zur Meidung der Hauptstraße erklommen wir den nächsten Hügel nach Vieille Toulouse und konnten weitere malerische Häuser, die so überhaupt nicht vieille waren, im Licht der untergehenden Sonne erspähen. Ein Stückchen Hauptstraße durfte es dann doch noch sein, da es an dieser Stelle so überhaupt keine Ausweichmöglichkeit gab. Schließlich fanden wir zurück auf die Uferpromenade an der Garonne. Die Aussicht auf eine warme Mahlzeit und ein ebensolches Zimmer ließ uns zart aufkeimende Zipperlein im Nu vergessen.
Direkt nach unserer Rückkehr nutzten wir sofort Eddis neuen Internetanschluss, um mit Gmap herauszufinden, welche Strecke wir absolviert hatten. Wir kamen auf ungefähr 30 Kilometer und beschlossen, dass wir am Sonntag maximal eine kleine Runde um den Block drehen würden.
Sonntag gab es das Kontrastprogramm. Dieses Mal wanderten wir westlich der Garonne in Richtung Süden. Auf der Karte hatten wir uns einen hübschen Weg ausgesucht, den wir noch nie vorher gewandert waren. Was aus der Karte leider nicht hervorging, war die Gegend, die uns dort erwartete. Ich wohne ja nun seit geraumer Zeit im Ruhrgebiet und habe schon so einiges gesehen - aber Sonntag war ich froh, dass wir unsere Tour im Hellen gestartet hatten.
Die Tour war äußerst abwechslungsreich. Neben dem Ghetto entdeckten wir hübsche kleine Häuschen im mediterranen Stil, ein Haus fast ohne Fenster und den wohl kleinsten Kreisverkehr der Welt.
Am Ende der Wanderung standen 20 Kilometer auf dem Forerunner, also etwas mehr als eine Runde um den Block. Unser Start in die Wander- und Walking-Saison war insgesamt sehr vielversprechend und hat einen Riesenspaß gemacht. Ich freue mich schon riesig auf die gemeinsame(n) Tour(en) am nächsten Wochenende.
Die nächsten zwei Tage ist erstmal Walkingpause angesagt - in den nächsten Wochen gibts hoffentlich weiterhin viel Erfreuliches zu berichten, gerne auch wieder mit Fotos, auf denen viel blauer Himmel zu sehen ist.
Mittwoch, 2. Januar 2008
2007: Blick zurück - Blick nach vorn
Montag, 3. Dezember 2007
Frühling in Toulouse - 30.11. - 03.12.2007
Glücklicherweise begann am letzten Freitag ein weiterer Kurzurlaub in Südfrankreich, wo mich quasi paradiesische Walking-Verhältnisse erwarteten: Eddi hatte ebenfalls von Freitagmittag bis Montagmittag frei und das Thermometer zeigte deutlich mehr als 10 Grad an. Kaum hatten wir den Wochenend-Einkauf erledigt, waren wir auch schon auf der Piste. Wir erinnerten uns daran, dass es eine hervorragende Eisdiele in Blagnac gibt und wanderten die Garonne entlang gen Norden, begleitet von einem lauen Lüftchen und hell funkelnder Weihnachtsbeleuchtung. Nachdem wir die süße Belohnung für den erfolgreich absolvierten Hinweg ausgiebig genossen hatten, ging es am anderen Ufer der Garonne zurück nach Toulouse, vorbei an einem mit Weihnachtsbeleuchtung überfrachteten Kirchturm und abwechselnd blau und rot funkelnden Bäumen. So legten wir nicht nur die ersten 15 Kilometer des Wochenendes zurück, sondern wurden auch gleich intensiv auf die bevorstehende Weihnachtszeit eingestimmt.
Samstag gönnte sich das Wetter einen kleinen Ausrutscher. Neben knapp 10 Grad gab es fast den ganzen Tag feinen bis kräftigen Nieselregen. Unserer wiedergewonnenen Walking-Begeisterung tat dies jedoch keinen Abbruch. Tapfer gingen wir Richtung Bahnhof bis zum Canal du Midi und von dort aus am Kanal entlang Richtung Süden. Anfangs begleitete uns eine Hauptverkehrsstraße. Nachdem wir die Umgehungsstraße überquert hatten, wurde es aber merklich ruhiger. Hin und wieder trafen wir einen Läufer - Walker waren weit und breit nicht zu sichten. Während wir Toulouse langsam aber sicher hinter uns ließen, verwandelte sich auch der Weg, der am Kanal entlangführte - erst Asphalt, dann Schotter und schließlich durften wir ein paar unfreiwillige Skating-Versuche auf frisch angerührter Matsche absolvieren. Das Profil unserer Sohlen wurde zwar hierdurch deutlich dicker, aber auch etwas schwammig... So beschlossen wir, den nächst möglichen Schleichweg in Richtung besiedelten Gebiets zu nehmen. Dies erwies sich jedoch als keine sehr gute Idee, da uns am Ende dieses Weges ein nicht angeleinter Zähne fletschender Hund erwartete, dessen Sprache wir zwar nicht verstanden, der aber offenbar recht unerfreuliche Dinge zum Besten gab. Glücklicherweise stand Menschen verfolgen und zerfleischen nicht auf seinem Programm. So konnten wir unbehelligt weiter in Richtung Ramonville skaten. Dort angekommen, enterten wir den nächsten Supermarkt und wärmten uns ein wenig auf. Da der Regen zwischenzeitlich stärker geworden war, wählten wir für den Rückweg nach Toulouse befestigte Straßen. Nachdem wir uns abends vor der Heizung wieder hinreichend aufgewärmt hatten, rekonstruierten wir mittels Zirkel und Landkarte unsere Tour und kamen auf 19 Kilometer.
Wenn die Wanderlust zurückkehrt, kann man gar nicht mehr so schnell damit aufhören, insbesondere nicht, wenn man beim sonntäglichen Gang zur Boulangerie von der warmen südfranzösischen Herbstsonne angelacht wird. Und da Toulouse und die angrenzenden Dörfer noch jede Menge Strecken bieten, die wir noch nicht erwandert haben, führte uns der Weg nach Colomiers.
Ich hatte mich die Tage vorher schon die ganze Zeit gefragt, wo denn wohl das Viertel von Toulouse ist, in dem Randalierer in der Woche vorher Autos angezündet hatten. Auch auf diesem Weg fand ich keine Antwort auf meine Frage...
Unser Weg führte entlang der Garonne nach Norden, durch ein Industriegebiet und dann schnurstraks auf eine Hochhaussiedlung zu. Glücklicherweise gibt es in Colomiers allerdings noch deutlich schönere Ecken. So entdeckten wir am Ortsrand idyllische Neubaugebiete mit den unterschiedlichsten Baustilen, alte Kirchen und herbstliche Landschaften.
Auch die französische Straßenverkehrsplanung ist uns inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir selbst als Fußgänger die landestypischen Eigenheiten für jede sich bietende Abkürzung nutzen.
Da uns das Wetter begeisterte und wir nach dem 10-Kilometer-Hinweg guter Dinge waren, schlugen wir auf dem Rückweg ein paar zusätzliche Haken, rätselten in einem Neubaugebiet, das offenbar nach dem Druck unseres Stadtplans entstanden war, wo wir denn so her müssen und freuten uns darüber, dass wir noch bis zum späten Nachmittag in T-Shirt wandern konnten.
Als wir abends über die hell erleuchtete Uferpromenade zu Eddis Wohnung zurückwanderten, hatten wir weitere 23 Kilometer zurückgelegt. Ideen für weitere Touren in den nächsten Wochen gibt es genug - schließlich hatten wir von Colomiers aus schon mal einen kleinen Blick auf die gar nicht weit entfernten Pyrenäen erheischen können. Wenn wir dort die eine oder andere Wanderung machen, können wir ja das Auto so lange am Wegesrand parken - da passiert schon nichts mit...
Sonntag, 11. November 2007
Fast wieder richtiger Sport - Troisdorf 11.11.2007
Wir trafen uns am Samstag und durften bei Jo in Köln übernachten. Neben einem entspannten Abend mit Jo und seiner Familie gab es indisch-italienisches Carboloading mit viel scharfem Gewürz (Motto: Wir gehen ja eh nur spazieren - also was soll das Rumgehampel mit der akribischen Vorbereitung.) und eine Turnstunde vom Gymnastiklehrer mit den Gummiknochen.
Viel Schlaf ist das a und o vor einem Ultra. Also beendeten wir das abendliche Zechgelage bereits um kurz vor eins. Knapp sechs Stunden später wurde es ernst. Frei nach dem Motto "Was kann es an einem Tag gutes geben, der mit Aufstehen beginnt?" tastete ich mich mit halb geschlossenen Augen die Treppe rauf bis zur Dusche. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit viel starkem Kaffee, wusste ich wieder umgefähr, wer und wo ich war und was ich so am Sonntag vorhatte.
Nach einem guten Stündchen war Martin und mir mal nach einer kleinen Laufeinlage, um unseren neuen Freund laufjoe ein wenig zu begleiten. Laufjoe hatte sich in den letzten Tagen im Forum dezent negativ über Walker geäußert und es gab noch geringen Klärungsbedarf.