Montag, 9. Juli 2007

Gut gelaufen - Herz-Kreislauf Magdeburg 08.07.2007

25 Jahre im öffentlichen Dienst müssen belohnt werden – und so gab es am Freitag einen Tag Sonderurlaub. Den habe ich gleich genutzt, um in aller Ruhe mit Nahverkehrszügen nach Magdeburg zu fahren. Offizieller Anlass meines Kurztrips war der KKH-Herz-Kreis-Lauf am Sonntag. Tatsächlich stand mir einfach der Sinn nach einem weiteren kurzweiligen entspannten Wochenende mit Eddi – da hätte der offizielle Wettbewerb ruhig die internationale sachsen-anhaltinische Meisterschaft im Teebeutelweitwurf sein dürfen...

Kurz nach 13 Uhr erreichte ich Magdeburg, schloss mein Gepäck ein und begab mich auf Erkundungstour. All die Straßen und Bauwerke, die ich am Wochenende zuvor nur bei Dunkelheit und Nieselregen wahrgenommen hatte, erstrahlten nun in voller Pracht. So durfte sich meine Kamera bei Hundertwasserhaus, renovierten Altbauten, unrenovierten Altbauten und verfallenen Hinterhöfen langsam für’s Wochenende warmlaufen.


Um 16 Uhr war auch Eddis Arbeitswoche zu Ende. Nach einer kleinen Shopping-Tour durch die bunte Einkaufswelt von Magdeburg war Geschenke verpacken angesagt – dann ging es auch schon los mit der abendlichen Geburtstagsfete von Kathleen. Zunächst lockte ein chinesisches Buffet zur hemmungslosen Völlerei, ehe der Abend in einem gemütlichen Lokal in der Magdeburger Innenstadt ausklang. Geburtstagsgast Martin weihte mich in die moderne Mißxdrinkkultur ein und sorgte dafür, dass ab sofort mit Bananensaft gestrecktes Weizenbier zu meinen Lieblingsgetränken gehört.


Der Samstagmorgen steht in Gladbeck wie in Magdeburg traditionell im Zeichen des Walking-Trainings. Damit wir uns nach dem Airport Run nicht übermäßig umgewöhnen müssen, hatte Petrus beschlossen, dass der Wind für uns wieder ein bisschen heftiger wehen sollte. Nach drei Kilometern erreichten wir einen Parkplatz, an dem wir Eddis langwöchige Trainingspartnerin und nordische Walkerin Gundula trafen. Wir drehten ein kurzweiliges 9-Kilometer-Ründchen in 9-Minuten-Schnitt an der Elbe entlang und schmiedeten Pläne für den 5-Kilometer-Walk am nächsten Tag. Zum Abschluss durfte ein ausgedehntes Stretching-Programm auf der Elbbrücke nicht fehlen.


Am Abend durfte ich feststellen, dass dies das richtige Wochenende für einen Magdeburg-Besuch war, da Samstag das Ereignis „Fluss in Flammen“ zelebriert wurde. Außer zwei Bühnen, auf denen es neben den unvermeidlichen deutschen Schlagern (Hölle, Hölle,…) auch noch gute Soul- und Bluesmusik zu hören gab, fanden sich auf den Elbwiesen jede Menge teils sehr ungewöhnliche aber gute Futter- und Getränkestände. Lecker-fettige ungarische Langos spülten wir mit Köstritzer runter – einfach genial… Nur die Eisversorgung ließ leider etwas zu wünschen übrig. Es gab nur riesige Softeisportionen in unterproportional großen Hörnchen, ein echter Leckerbissen für Gaumen und Auge.


Der Abend endete stilvoll mit einem riesigen Feuerwerk von einer stillgelegten Elbbrücke.


Sonntag morgen war es so weit – das große Ereignis stand an. Wir fuhren zum Rothehornpark, um dort am Herz-Kreis-Lauf teilzunehmen. Für den 5er Walk waren Eddi, Gundula und ich angemeldet. Da ich riesige Lust verspürte, mal wieder an einem kleinen Laufwettbewerb teilzunehmen, meldete ich zusätzlich noch für den 3-Kilometer-Einsteiger-Lauf nach. Für die geringe Startgebühr gab es neben einem Baumwollshirt noch eine schicke Kappe, die ich angesichts der brütenden Hitze gleich mal einweihte.


Um 10 Uhr startete der 5-Kilometer-Walk. Eddi freute sich bereits vor dem Startschuss darauf, auch mal das Gefühl kennenlernen zu dürfen, Hürdenlauf über nordische Stöckchen zu machen. Aus diesem Grund stellten wir uns nicht gleich in die erste Reihe.

Nach einer kleinen Ansprache von Dieter Baumann wurden wir auf die Strecke geschickt. Da der Weg doch recht schmal war, überholten Eddi und ich offroad alle vor uns gestarteten bewaffneten und unbewaffneten Walker, sodass wir nach 300 Metern nur noch eines der beiden Führungsfahrräder vor uns hatten. Das Geklacker hinter uns wurde währenddessen stetig leiser. Eddi kam sehr schnell auf Betriebstemperatur und so konnten wir konstant im knappen 7er Schnitt walken. Das Tempo war so heftig, dass sämtliche Versuche meinerseits, ein paar wackelfreie Fotos zu schießen, kläglich scheiterten.


Vom Führungsfahrrad aus bekamen wir immer angesagt, wie weit wir schon sind und wie weit wir noch walken müssen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass der 5-Kilometer-Walk nicht ganz 5 Kilometer lang werden würde. Nachdem der Weg bei Kilometer 3 eine Schleife gemacht hatte, konnten wir sehen, wie weit die übrigen Walker bereits hinter uns waren. Auf dem letzten Kilometer ereilte mich ein Déjà-vu: Eddi betonte, dass sie nicht mehr in der Lage sei, einen Endspurt zu machen und zog gleichzeitig das Tempo auf 6:40/Kilometer an. So erreichten wir nach 4,64 Kilometern und 32:09 Minuten das Ziel. Nach weiteren 4 Minuten trudelten dann nach und nach die übrigen Walker ein. Gundula absolvierte ihren Walk im knappen 9er Schnitt und war im Ziel hochzufrieden.


Ich gönnte mir ein bis zwei Müsli-Riegelchen, ein bisschen was zu trinken und dann ging’s auch schon los mit der Vorbereitung auf den 3-Kilometer-Einsteiger-Lauf. Während das offizielle Aufwärmprogramm so aussah, dass die Meute von Dieter Baumann mit einer Art Ententanz bespaßt wurde, entschied ich mich doch lieber für lockeres Warmtraben.

Der 3-Kilometer-Lauf wurde gut angenommen. Ca. 50 – 60 Starter sammelten sich an der Linie. Da ich in den letzten Monaten keinerlei Lauftraining absolviert hatte, stellte ich mich optimistisch in die Mitte der Startaufstellung. Eddi machte noch ein paar Fotos und dann ging’s auch schon los.

Es lief gut an. Ich überholte Läufer um Läufer, bis ich mich nach gut 100 Metern plötzlich und unerwartet direkt hinter dem Führungsfahrrad befand. Nach weitern 200 Metern schaute ich mal so nebenbei auf den Forerunner, der mich zu meiner Überraschung wissen ließ, dass ich in einem Anfall von Übereifer mit 4:15er Schnitt unterwegs war. Da ich vorhatte, die Ziellinie ohne fremde Hilfe zu erreichen, drosselte ich das Tempo ein wenig und ließ ca. 10 Läufer passieren. Die 3-Kilometer-Strecke bestand aus zwei Runden zu 1,5 Kilometern einmal um den See herum. So hatte ich den Rest des Feldes zumeist gut im Blick. Bei 4:50/Kilometer fühlte ich mich recht wohl und war überzeugt, dass dieses Tempo über die volle Distanz funktioniert.

Nach dem erstmaligen Passieren der Ziellinie nach 1,5 Kilometern gab es durch die Zuschauer noch mal einen kleinen Motivationsschub. Als 2 Kilometer hinter mir lagen, wurde vor mir ein Vierergrüppchen zusehends größer, während von hinten so recht kein Läufer heranstürmte. Die Möglichkeit, noch ein paar Läufer einzuholen, motivierte mich zusätzlich. Nach 2,6 Kilometern war es dann so weit. Mit der Zielgeraden vor Augen, Zielphotographin Eddi und den üppig bestückten Verpflegungsstand fest im Blick, versuchte ich noch eine Art Endspurt und stoppte meine Uhr bei 13:49 Minuten. Erschöpft aber hochzufrieden japste ich Eddi ein paar ungeordnete Laute zu, während sie mir berichtete, dass ich Fünfter geworden sei.


Den Rest des Vormittags nutzten wir dazu, die mannigfaltigen Gesundheitschecks der KKH zu nutzen und Körperfett sowie Lungenvolumen bestimmen zu lassen. Hier gelangte ich zu der Auffassung, dass ich die Körperfettanalyse doch wohl lieber vor dem Genuss von gefühlten 20 Müsliriegeln gemacht hätte. Dass ich angeblich das Lungenvolumen eines 36jährigen habe, hat mich schon deutlich mehr erbaut. Das regelmäßige Training mit einer jungen aufstrebenden Walkerin scheint offenbar auch diesbezüglich einen positiven Effekt zu haben.


Als sich Sonntag um 18 Uhr die Tür des Intercity hinter mir schloss, wusste ich, dass der Wochenend-Trip nach Magdeburg eine äußerst gute Idee war.

Kommentare:

EDDI hat gesagt…

Hu hu,

ich hab noch einige tausend Teebeutel, die es vor meinem Auszug sinnvoll zu vernichten gilt.

Kommst vorbei zum Tee?
Oder zum Teebeutelweitwurf? ;-)

Gruß sagt EDDI

Anonym hat gesagt…

Hallo Georg,

das nenne ich Sportsgeist!
Walken und Laufen an vorderer Stelle finischen. Kann nur an deiner wohl durchdachten Ernährung liegen!

Wie lange wohl wird Eddi sich wohl noch soweit zurückhalten, dass du folgen kannst?

Schöne Grüße,

Kurt

Anonym hat gesagt…

HI Georg
lange wird es nicht mehr dauern und EDDI lässt uns alte Säcke im Regen stehen. Macht aber nichts denn wir können ja noch laufen...zur Not auch mit vollem Bauch :-)

Hört sich mal wieder nett an dein Wochenende.

Gruß Martin

Maria hat gesagt…

Ich hätte nie gedacht, dass mein kleiner Bruder jenseits der 40 noch mal zu ner Sportskanone wird. Und noch weniger, dass er mich dazu bringt, in so'n Blog-Dings reinzuschreiben (und dafür Google noch zu beweisen, dass ich kein Analphabet bin).

Wie ich in Deinen Berichten lesen kann, scheint Essen Dich (immer noch) genau so zu faszinieren wie Laufen - aber mit B hat A ja nicht so gravierende Folgen :-)